Fronleichnam

An Fronleichnam feiern katholische Christen weltweit die Gegenwart Jesu im Sakrament des Abendmahls. In vielen Ländern finden prachtvolle Prozessionen statt, bei denen der Leib Christi in Form einer gesegneten Oblate (Hostie) durch die Straßen getragen wird.

Brot und Wein symbolisieren in der katholischen Liturgie den Körper und das Blut Jesu.
Brot und Wein symbolisieren in der katholischen Liturgie den Körper und das Blut Jesu.
©iStockphoto.com/kryczka

Traditionen, Events und Bräuche

Viele Christen besuchen an Fronleichnam einen Gottesdienst und feiern die heilige Kommunion, bei der ihnen je nach Region ein Stück Brot oder eine gesegnete Oblate (Hostie) dargereicht wird, die laut christlichem Glauben den Leib Jesu repräsentiert. In manchen Ländern und Regionen - etwa in Deutschland, Spanien und in der Provence - wird die Hostie in prachtvollen Prozessionen durch die Straßen getragen. Das gesegnete Teigplättchen befindet sich dabei in der Monstranz, einem reich verzierten liturgischen Schaugerät.

In Portugal ist Fronleichnam (Dia de Corpo de Deus) bereits seit dem Mittelalter eines der wichtigsten religiösen Feste. Entsprechend prachtvoll sind die Prozessionen. In Ponta Delgada auf den Azoren zum Beispiel wird die Route traditionell auf einer Länge von etwa einem Kilometer mit einem bunten Teppich aus Blütenblättern geschmückt.

Sind die Geschäfte geschlossen?

Fronleichnam ist in vielen Ländern ein gesetzlicher Feiertag, zum Beispiel in:

  • Einigen Regionen von Deutschland
  • Österreich
  • Bolivien
  • Brasilien
  • Kroatien
  • Dominikanische Republik
  • Polen
  • Portugal
  • Trinidad und Tobago

In diesen Ländern sind Ämter, Banken, Schulen und viele Geschäfte an diesem Tag normalerweise geschlossen. Der öffentliche Verkehr wird vielerorts eingeschränkt.

Bitte beachten: Die Liste ist möglicherweise unvollständig, und Ausnahmen sind möglich.

Hintergrund

Fronleichnam fällt je nach Region auf verschiedene Tage, in den meisten Ländern jedoch auf den Donnerstag nach Trinitatis.

Der Feiertag wurde 1246 erstmals gefeiert und 1264 von Papst Urban IV als offizielles Kirchenfest eingeführt. Bei seiner Entstehung spielte die Nonne Juliana von Lüttich eine entscheidende Rolle: Jesus habe ihr in einer Vision den Auftrag gegeben, einen Tag im Kirchenjahr dem Sakrament der Eucharistie zu widmen, so die Überlieferung. Während der Gegenreformation - die Reaktion der katholischen Kirche gegen die von Martin Luther angestoßene Reformation - erhielten die prachtvollen Prozessionen auch ein politisches Gewicht: Für Katholiken waren sie damals eine Gelegenheit, die Macht ihrer Kirche zu demonstrieren.

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