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9 Fakten über Asteroiden

Asteroiden, auch Kleinplaneten oder Planetoiden genannt, können Sternschnuppen an den Himmel zaubern, Rohstoffe liefern – und die Menschheit auslöschen. Wir präsentieren 9 interessante Fakten zu den Gesteinsbrocken.

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Weltraumklumpen: Asteroiden sind nicht rund.

Aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Masse nehmen Asteroiden keine runde Form an.

©bigstockphoto.com/Elenarts

1. Es gibt viele Asteroiden. Sehr viele.

Auf unserem Weg um die Sonne werden wir von sieben anderen Planeten und fünf Zwergplaneten mit insgesamt hunderten von Monden begleitet. Tausende von Kometen umkreisen zudem dieselbe Sonne wie wir. Und Millionen von Asteroiden.

Ja, Millionen. Die NASA zählt zwar weitaus weniger entdeckte Asteroiden in unserem Sonnensystem. Astronomen gehen jedoch davon aus, dass uns die meisten Asteroiden noch unbekannt sind – und dass die tatsächliche Anzahl also beträchtlich größer ist.

2. Das Risiko für einen Asteroideneinschlag ist gering...

Der Einschlag eines größeren Asteroiden auf der Erde könnte die Menschheit auslöschen. Laut Berechnungen des Wissenschaftlers James Gaverick Matheny beträgt das Risiko für einen solch katastrophalen Zusammenstoß in den kommenden 100 Jahren jedoch nur eins zu einer Million.

3. ...aber wir sind den Kleinplaneten schutzlos ausgeliefert

Sollte ein großer Asteroid doch einmal auf die Erde zusteuern, existiert bislang keine Möglichkeit, unseren Planeten vor einem Einschlag zu schützen.

Die NASA, die europäische ESA und andere Weltraumorganisationen arbeiten jedoch bereits an Notfallmanövern, die den kosmischen Eindringling umlenken, zerstören oder auf andere Weise unschädlich machen sollen. Für die planetare Verteidigung kommen zum Beispiel auf der Erde oder im Weltraum stationierte Waffensysteme sowie bemannte oder unbemannte Raumfahrtmissionen infrage.

4. Asteroiden verursachen Sternschnuppenregen

Abgesehen von diversen Weltuntergangsszenarien haben Asteroiden durchaus ihren Reiz. Sie können zum Beispiel Sternschnuppen an den Nachthimmel zaubern.

Durchquert die Erde die Umlaufbahn eines Asteroiden, verglühen seine Bruchstücke in der Erdatmosphäre. So entstehen regelrechte Sternschnuppenregen, wie zum Beispiel der Geminiden-Meteorschauer, bei dem jedes Jahr im Dezember Partikel des Asteroiden 3200 Phaethon als kleine Blitze über den Nachthimmel jagen.

5. Bergbau-Roboter sollen bald Asteroidenschätze fördern

Weniger hübsch anzusehen, jedoch umso wertvoller, sind die unförmigen Weltraumklumpen selbst. Viele Asteroiden sind reich an Edelmetallen oder anderen kostbaren Materialien – man könnte also Bergbau-Roboter auf den Kleinplaneten absetzen, welche die Rohstoffe dann entweder vor Ort verarbeiten oder zur Erde schaffen.

Klingt nach Science-Fiction? Nun, es gibt bereits eine ganze Reihe von Plänen, den Asteroidenbergbau in die Tat umzusetzen. Die US-Firma Planetary Resources hat sogar schon erste Weltraummissionen unternommen, um herauszufinden, wie man Wasser auf Asteroiden in Raketentreibstoff umwandeln kann. Man gehe davon aus, dass dieses Konzept bis in die erste Hälfte der 2020er Jahre verwirklicht werden kann, so Firmenchef Chris Lewicki.

6. Asteroiden sind nicht rund

Die kartoffelartige Erscheinungsform von Asteroiden ist tatsächlich eine Nebenwirkung eines ihrer definierenden Merkmale: ihrer Größe. Asteroiden sind zwar größer als Meteoroiden, deren Ausmaße von mikroskopisch kleinen Staubkörnchen bis zu Gesteinsbrocken mit einem Durchmesser von einigen Metern reichen.

Sie sind jedoch auch kleiner als Zwergplaneten, die einen Durchmesser von etwa 1000 km oder mehr aufweisen – und hier liegt der Schlüssel zu ihrem unförmigen Erscheinungsbild. Denn im Gegensatz zu Zwergplaneten haben Asteroiden nicht genug Masse, um durch ihre eigene Gravitation in eine annährend runde Form gepresst zu werden.

7. Die meisten Asteroiden bevölkern eine Region des Sonnensystems...

Ein Großteil der Millionen von Asteroiden in unserem Sonnensystem umkreist die Sonne entlang einer Umlaufbahn, die zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter liegt. Diese Region wird Asteroidengürtel genannt.

8. ...eine sehr einsame Region

Science-Fiction-Fans kennen den Asteroidengürtel als besonders riskantes Fahrwasser für Raumschiffe. So mancher Film-Astronaut musste sich schon im Schweiße seines Angesichts im Slalom durch die Gesteinsbrocken hindurchschlängeln, die dicht an dicht durch den Weltraum schweben.

Ganz so spektakulär ist diese Region jedoch nicht, selbst im Asteroidengürtel fristen die Kleinplaneten meist ein sehr einsames Dasein. Astronomen schätzen die durchschnittliche Entfernung von einem Asteroiden zum anderen in dieser Region auf etwa 966 000 Kilometer. Das ist etwa zweieinhalb Mal die Distanz zwischen Erde und Mond.

9. Asteroiden entstanden gleichzeitig mit der Erde

Astronomen nehmen an, dass Asteroiden Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems sind. Vor 4,6 Milliarden Jahren formten sich die Planeten aus Gesteinsbrocken, den Planetesimalen, die sich durch ihre Gravitationskraft mit anderen Gesteinsbrocken vereinigten.

Der Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems, störte jedoch diesen Prozess im Einzugsbereich seines Gravitationsfeldes. So konnten sich die Planetesimale nicht zusammenfügen und trudeln bis heute im Asteroidengürtel durchs All.

Themen: Weltraum, Sonnensystem, Astronomie

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