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Die Apokalypse kommt! (Mal wieder.)

Seit Jahrhunderten prophezeien Nostradamus & Co unermüdlich das Ende der Welt – auch für 2020. Wir zeigen die amüsantesten Weltuntergangsszenarien.

Illustration

2020 naht mal wieder der Weltuntergang.

Wenn's da steht, muss es wohl stimmen: Das Ende der Welt naht.

©iStockphoto.com/DNY59

Weltuntergang 2020

Im Jahr 2019 sollte die Menschheit wahlweise durch einen Atomkrieg, einen Asteroiden-Einschlag oder andere, nicht minder haarsträubende Katastrophen ausgelöscht werden. Auch diese Prognosen sind – haben Sie's gemerkt? – nicht eingetreten. Aber nicht verzagen: Auch für 2020 haben uns selbsternannte Propheten einen Weltuntergang vorhergesagt.

“World One”

Für 2020 besonders in Mode: ein Computerprogramm namens “World One”, das im Jahr 1973 von Mitarbeitern des Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt wurde. Das Ende der menschlichen Zivilisation sei laut “World One” zwar erst für das Jahr 2040 zu erwarten, berichten Boulevardmedien und einschlägige Internetseiten. Bereits 2020 soll es jedoch zu ersten einschneidenden katastrophalen Ereignissen kommen.

Ganz aus der Luft gegriffen ist die Vorhersage freilich nicht. Angesichts der fortschreitenden Klimakrise und anderer durchaus realer Herausforderungen muss die Menschheit tatsächlich drastisch umlenken, um teils katastrophale Folgen abzuwenden. Die reißerischen Überschriften über das “Nostradamus-Computermodell”, das “den Weltuntergang genau vorhersagt”, können wir jedoch getrost ignorieren.

Kommt Jesus dieses Mal?

Es ist mal wieder so weit. Ein vermeintlicher Prophet sagt die zweite Wiederkunft Jesu voraus und versammelt eine kleine Schar von Jüngern um sich, die ihm das auch noch abnehmen. Obwohl, dieses Mal ist einiges anders: Der Prophet ist eine Prophetin, eine bekannte Astrologin namens Jean Dixon. Die Vorhersage traf die US-Amerikanerin bereits 1971 in ihrem Buch “The Call to Glory”. Und Dixon ist bereits 1997 verstorben, was sie von anderen, besonders perfiden Weltuntergangspredigern wie Harold Camping abhebt, die zum Zeitpunkt des erwünschten Weltuntergangs noch unter uns weilten, sich in der medialen Aufmerksamkeit suhlten und zahllose Jünger in den Ruin trieben (siehe unten).

Doch ist die Vorhersage deswegen zuverlässiger? Kommt Jesus dieses Mal? Wir drücken uns mal vorsichtig aus: eher nicht.

Erderwärmung? Nein, Eiszeit!

In einschlägigen Internetforen wurde der Klimawandel zuletzt besonders, nun ja, heiß diskutiert. Statt der allseits prognostizierten Erderwärmung wird dort eindringlich vor einer katastrophalen neuen Eiszeit gewarnt, die, je nach Laune, bereits 2020 oder erst in den darauf folgenden Jahren über uns hereinbrechen soll. Besonders beliebt ist diese Vorhersage übrigens bei Foristen, für die der Klimawandel nichts weiter als ein besonders ausgeklügelter Hoax ist.

Tatsächlich kam eine 2017 veröffentlichte Studie zu dem Ergebnis, dass die Sonnenaktivität in den nächsten Jahren abnehmen und so tendenziell niedrigere Temperaturen verursachen könnte. Die große Mehrheit der Klimaforscher zweifelt jedoch daran, dass dies tatsächlich eine “Mini-Eiszeit” auslösen wird, da der Effekt der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung überwiegt. Geschweige denn eine richtige Eiszeit, die sich mit der letzten Kaltzeit messen kann, die vor knapp 12 000 Jahren endete.

Tausendmal ist nix passiert...

Eintreten wird wohl mal wieder nichts davon. Genau wie dutzende, nein, hunderte von schrecklichen Prophezeiungen, die in den zurückliegenden Jahrhunderten bereits sang- und klanglos im Sande verlaufen sind.

Wer sich jetzt trotzdem noch Sorgen macht, werfe einen Blick auf die folgende Liste der amüsantesten Weltuntergangs-Irrtümer vergangener Jahre.

Der Maya-Kalender

Erst vor wenigen Jahren sorgte ein altertümlicher Kalender für Angstzustände unter besonders leichtgläubigen Zeitgenossen. Am 21. Dezember 2012 erreichte der sogenannte Baktun-Zyklus des Maya-Kalenders sein Ende – nach immerhin 394,26 Sonnenjahren. Ein gefundenes Fressen für allerhand Möchtegern-Propheten, die das Internet mit Weltuntergangsszenarien für “12/21/12” überfluteten. Passiert ist: nichts.

Der Weltuntergangs-Prediger

Auch am 21. Oktober 2011 sollte die Welt untergehen. Zu diesem Ergebnis war jedenfalls der US-amerikanische Radiomoderator und Prediger Harold Camping gekommen, nachdem er die Daten verschiedener Feiertage im jüdischen Kalender studiert und durch eine Serie, wir dürfen annehmen, komplizierter Berechnungen auf einen Stichtag destilliert hatte. Laut Campings Prophezeiungen sollten bereits am 21. Mai 2011, “ungefähr um 18 Uhr”, ein paar Auserwählte in den Himmel fahren, um dem Weltuntergang und ewiger Verdammnis zu entgehen.

Als der herbeigesehnte Zeitpunkt verstrich und sich Camping und seine Jünger noch immer auf Erden fanden, machte sich der Möchtegern-Nostradamus nochmals ans Rechnen und verschob die Himmelfahrt kurzerhand auf den Tag der Apokalypse. Nachdem auch dieses Datum ereignislos verstrichen war, verkündete Camping, es sei doch unmöglich zu sagen, wann genau die Apokalypse komme.

So unterhaltsam die Geschichte von außen anmutet, so bitter die Folgen für die Menschen, die ihm glaubten. Neben der Enttäuschung über das Ausbleiben der “Rapture”, der Entrückung, standen nun viele von ihnen auch vor dem wirtschaftlichen Ruin. Manche hatten ihre Häuser verkauft, um das Geld in Campings Publicity-Maschinerie zu stecken.

Das schwarze Loch aus Genf

Der Large Hadron Collider (LHC) am Europäischen Kernforschungszentrums CERN bei Genf ist ein riesiger Apparat, der dafür verwendet wird, im Dienste der Wissenschaft elektrisch geladene Teilchen miteinander kollidieren zu lassen. Vor einigen Jahren wurden Stimmen laut, die vor einem schwarzen Loch warnten, welches durch diese Experimente entfesselt werden und die Erde mitsamt allen Lebens verschlingen könnte.

Das schwarze Loch blieb aus, und mehrere wissenschaftliche Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass die am CERN durchgeführten Versuche die Welt, wie wir sie kennen, nicht beenden würden. Beruhigend.

Y2K und das Jahr-2000-Problem

Im Jahr 1999, als die Welt auf den Beginn des 3. Jahrtausends zusteuerte, verbreitete sich nicht nur unter eingefleischten Verschwörungstheoretikern eine gewisse Panik. Diesmal waren es keine obskuren Prediger oder antiken Kalendersysteme, die das Ende der menschlichen Zivilisation verkündeten, sondern Computer-Experten. Das Problem: zwei Ziffern. Oder, um genau zu sein, das Fehlen zweier Ziffern.

Schon damals – wir erinnern uns vage – hing viel von Computer-Software ab: Banken, Flugzeuge, Kraftwerke. Interkontinentalraketen. Laut Y2K-Theorie steuerten alle computergestützten Systeme nun auf einen verheerenden Crash zu. Der Grund: Frühe Programmierer hatten bei der Kodierung des Jahres mit dem damals äußerst knappen Speicherplatz geknausert und statt allen vier nur zwei Ziffern in den Code geschrieben. So stand für das Jahr 1999 dort eine 99. Zu Beginn des Jahres 2000 würde das Computer-Zählwerk auf 00 zurückspringen – für die zugehörige Software, so die Befürchtung, wäre das ein Super-GAU, es käme entsprechend zum allumfassenden Super-Crash.

Um Mitternacht am 1. Januar 2000 knallten dann die Sektkorken und Feuerwerkskörper, und kein einziges Flugzeug fiel vom Himmel.

Nostradamus und der König des Terrors

Nostradamus, der wohl bekannteste aller Schwarzseher, sagte für das Jahr 1999 die Ankunft des “Königs des Terrors” voraus, der die Erde “vom Himmel” heimsuchen werde. Der österreichische Geologe und Nostradamus-Fan Alexander Tollmann ging auf Nummer sicher: Er saß die totale Sonnenfinsternis am 11. August 1999 in einem Bunker aus. Der Terrorkönig kam nicht, aber Tollmanns Buch zum Thema verkaufte sich bestens.

Themen: Finsternisse, Geschichte, Fun Facts, Kalender

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