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Der römische Kalender

Der römische Kalender ist der Großvater des heute gültigen gregorianischen Kalenders. Einige unserer Monatsnamen gehen auf den Kalender zurück.

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Das Kolosseum in Rom.

Das Kolosseum gilt als Wahrzeichen der Hauptstadt Italiens. Das Amphitheater wurde im antiken Rom erbaut.

©iStockphoto.com/matthewleesdixon

Was ist der römische Kalender?

Das Kalendersystem des alten Roms wurde über die Jahrhunderte mehrmals grundlegend reformiert und immer wieder angepasst. Was also gemeinhin als “römischer Kalender” bezeichnet wird, ist tatsächlich eine Serie von Kalendersystemen, die mitunter erhebliche Unterschiede aufweisen und deren Struktur uns teilweise unbekannt ist.

Dieser Artikel befasst sich hauptsächlich mit dem ersten historisch belegten Kalendersystem: dem Kalender der Römischen Republik, der dort bis zum Jahr 45 v. Chr. gültig war.

Basierte auf antikem Mondkalender

Der Kalender der Römischen Republik wurde von einer Reihe altertümlicher, regionaler Kalendersysteme abgeleitet, von denen keine direkten historischen Belege vorliegen. Man nimmt jedoch an, dass in den frühen Jahren des Römischen Reichs ein Lunarkalender verwendet wurde – also ein Kalendersystem, das sich nach den Mondphasen richtet.

Einige Elemente dieser legendären Mondkalender überlebten mehrere Kalenderreformen und finden sich auch heute noch im modernen gregorianischen Kalender. Nicht zuletzt deswegen teilen wir das Kalenderjahr in Monate ein, deren Länge der Dauer eines Mondzyklus ungefähr entspricht.

Zuerst nur zehn Monate

Laut Legende soll Romulus, der erste König Roms, um 738 v. Chr. eine Kalenderreform angeordnet haben. Das Resultat war ein Kalendersystem, dessen Struktur grundlegende Gemeinsamkeiten mit dem antiken griechischen Kalender aufwies.

Im “Romulus-Kalender” wurde das Jahr in 10 Monate aufgeteilt und begann mit dem März (Martius). Es umfasste 304 Tage, wobei die 61 Wintertage zwischen December und Martius keinem Monat zugeordnet wurden.

Römische Republik: Januar und Februar hinzugefügt

Monate im Kalender der Römischen Republik (Gemeinjahr)
MonatTage
Ianuarius29
Februarius28
Martius31
Aprilis29
Maius31
Iunius29
Quintilis31
Sextilis29
September29
October31
November29
December29

Während einer weiteren Kalenderreform, die spätere römische Gelehrte dem zweiten König Roms Numa Pompilius zuschrieben, wurde der römische Kalender ein weiteres Mal grundlegend überarbeitet. Die resultierende Version fand in der Römischen Republik Verwendung und wurde für das Jahr 173 v. Chr. erstmals historisch nachgewiesen.

Die sichtbarste Veränderung war die Einführung zweier zusätzlicher Monate: Iuanuarius (Januar) und Februarius (Februar). So sollten die ehemals nicht berücksichtigten 61 Wintertage in das Kalenderjahr eingebunden werden.

Mit dieser Änderung ging auch eine Verschiebung der übrigen Monate einher, deren Nachwirkungen noch heute sichtbar sind: der September (von lat. septem, sieben) ist seitdem der neunte Monat, der Oktober (lat. octo, acht) ist der zehnte, und so weiter.

Das römische Gemeinjahr, also Nicht-Schaltjahr, wurde jetzt also in zwölf Monate unterschiedlicher Länge aufgeteilt: vier “volle” Monate (pleni) mit jeweils 31 Tagen, sieben “hohle” Monate (cavi) jeweils 29 Tagen und einen Monat (Februarius) mit 28 Tagen.

Schaltmonate

Insgesamt ergibt sich daraus eine Jahreslänge von 355 Tagen. Das ist etwa 10 Tage kürzer als ein durchschnittliches tropisches Jahr, also die Zeitspanne, in der die Erde die Sonne umkreist. Um das römische Kalenderjahr auf Dauer im Einklang mit den Jahreszeiten zu halten, wurde in gewissen Abständen ein Schaltmonat namens Mercedonius (auch Intercalaris) eingefügt – im Normalfall alle zwei bis drei Jahre.

Der oberste Priester (pontifex maximus) war dafür verantwortlich, die Schaltmonate anzuordnen und so die Länge eines Jahres zu bestimmen. Dieses Arrangement war jedoch anfällig für Missbrauch, da dem Pontifex so auch ein Instrument zur Verlängerung seiner Amtszeit in die Hand gelegt wurde.

Während seiner Amtszeit als pontifex maximus veranlasste Gaius Julius Caesar schließlich eine weitere Kalenderreform, bei der die Schaltmonate wieder abgeschafft wurden. Der nach ihm benannte julianische Kalender wurde im Jahr 45 v. Chr. eingeführt und ist der direkte Vorgänger des heute gebräuchlichen gregorianischen Kalenders. Er war in manchen Ländern bis ins 20. Jahrhundert offiziell gültig.

Kalenden, Nonen und Iden

Anders als im julianischen und im gregorianischen Kalender waren die Tage im römischen Kalender nicht in Wochen unterteilt. Stattdessen wurde manchen Tagen eine besondere Bedeutung zugeschrieben, die so als Orientierungshilfe fungierten.

  • Kalenden: der erste Tag eines Monats
  • Nonen: der fünfte oder siebte Tag eines Monats
  • Iden: der 13. oder 15. Tag eines Monats

Die Nonen und Iden waren immer acht Tage voneinander entfernt. In den Monaten Martius, Maius, Quintilis und October fielen die Nonen auf den siebten Tag, die Iden auf den 15. Tag; in den übrigen Monaten standen die Nonen am fünften Tag an, die Iden also am 13. Tag.

Ursprünglich hatten diese Tage einen konkreten astronomischen Bezug. So fielen beispielsweise die Kalenden auf den Neumond, die Nonen auf den zunehmenden Halbmond und die Iden auf den Vollmond. Diese Entsprechung ging jedoch mit der Zeit verloren.

Römisches Datum

Mithilfe der Kalenden, Nonen und Iden, die übrigens auch als monatlich wiederkehrende Festtage fungierten, wurde im alten Rom das Datum ausgedrückt. Dabei wurde rückwärts vom jeweils bevorstehenden Festtag gezählt und dieser wurde stets mitgezählt.

So bezeichnete man zum Beispiel den 11. Tag des Martius, in dem die Iden auf den 15. Tag fielen, als “fünf Tage vor den Iden des Martius”.

Themen: Geschichte, Zeitrechnung, Kalender

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  8. Islamischer Kalender
  9. Hinduistischer Kalender
  10. Persischer Kalender
  11. Kalender vs Sonnenjahr: Wie genau sind Kalender?
  12. Welche Jahre sind Schaltjahre?

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