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Wie entstehen die Mondphasen?

Die Sonne leuchtet stets eine komplette Hälfte des Mondes aus – warum sehen wir an manchen Tagen eine Mondsichel, an anderen einen Vollmond? Und steht der Mond in Australien wirklich Kopf?

Illustration showing the Moon phases based on Moon images from NASA.

Die Mondphasen.

Auf der Nordhalbkugel der Erde ist ein zunehmender Mond auf der rechten Hälfte beleuchtet, ein abnehmender Mond links. Südlich des Äquators ist es umgekehrt.

©iStockphoto.com/Delpixart

Eine Frage der Perspektive

Der Grund für die Mondphasen ist der Blickwinkel des Beobachters. Befindet man sich auf der Seite des Mondes, die gerade nicht von der Sonne beleuchtet wird, spricht man vom Neumond. Beim Vollmond sieht man die der Sonne zugewandte Mondhälfte, beim Sichelmond, Halbmond oder Dreiviertelmond schaut man sozusagen seitlich auf den Mond und kann den Übergang seiner Tag- und Nachtseite erkennen. Animation anschauen

Da sich der Mond im Bezug auf Erde und Sonne in ständiger Bewegung befindet, ändert sich auch unser Blickwinkel auf den Mond von Tag zu Tag – und damit die Mondphase.

Nur während einer Mondfinsternis leuchtet die Sonne die ihr zugewandte Mondhälfte nicht aus. Dann befindet sich die Erde zwischen Sonne und Mond und wirft ihren Halb- oder Kernschatten auf die Mondoberfläche.

Steht der Mond in Australien Kopf?

Auf der Nordhalbkugel ist ein zunehmender Mond auf der rechten Seite beleuchtet, ein abnehmender Mond auf der linken Seite. Südlich des Äquators steht man gewissermaßen Kopf – und so erscheinen auch Mond und Mondphasen umgekehrt: der Mond “wächst” von links nach rechts. Der genaue Winkel hängt natürlich vom Breitengrad ab. In Äquatornähe ist die Grenze zwischen Licht- und Schattenseite des Halbmondes in etwa waagerecht. Mehr interessante Mond-Fakten

Live-Animation der aktuellen Mondphase* in:

*Siehe Grafik im gelben Bereich oben links.

Eselsbrücke: “Der Mond lügt”

Sie befinden sich auf der Nordhalbkugel? Dann können Sie sich mit dieser Eselsbrücke merken, wann der Mond zu- und abnimmt. Ein abnehmender Mond formt eine Sichel, die wie der Buchstabe C aussieht, der Anfangsbuchstabe des lateinischen Wortes crescere – wachsen. Der Mond lügt also.

Auf der Südhalbkugel sagt der Mond übrigens die Wahrheit, denn dort sieht die wachsende Sichel wie ein C aus.

Der Mondzyklus

Ein Mondzyklus (Lunation) ist die Zeitspanne von einem Neumond zum nächsten. Er beinhaltet folgende Mondphasen:

Illustration
Neumond.
Neumond – Sonne, Mond und Erde befinden sich auf einer Linie. Die dunkle Seite des Mondes ist der Erde zugewandt. Deswegen ist der Trabant jetzt von der Erde aus nicht zu sehen.

Neumond

In dieser Phase befindet sich der Mond in Konjunktion mit der Sonne, also zwischen Sonne und Erde. Da die Sonne während dieser Phase ausschließlich die der Erde abgewandte Mondhälfte anstrahlt, ist der Neumond von der Erde aus im Normalfall unsichtbar. In seltenen Fällen – wenn sich Sonne, Erde und Mond auf einer Linie befinden und der Mondschatten auf die Erde fällt – kommt es während dieser Mondphase zu einer Sonnenfinsternis. Befindet man sich im relativ kleinen Kernschatten des Mondes, erlebt man eine totale Sonnenfinsternis. Verdeckt der Mond nur einen Teil der Sonne, spricht man von einer partiellen Sonnenfinsternis.

Die Gezeiten werden in erster Linie durch die Anziehungskraft des Mondes und der Sonne ausgelöst. Bei Neumond kommt es zu einer besonders hohen Tide, der Springtide oder Springflut.

Mehr Infos: Neumond

Zunehmender Sichelmond

Wenige Tage nach Neumond wird am Himmel ein sichelförmiger Mond sichtbar, das sogenannte Neulicht. Besonders in den ersten Tagen dieser Phase kann auf der Mondseite, die nicht direkt von der Sonne angestrahlt wird, der Erdschein sichtbar sein: Sonnenlicht wird von der Erde auf den Mond und wieder zurück zur Erde reflektiert. Bei klarem Wetter ist der dunkle Teil des Mondes so mit bloßem Auge als fahle Kugel erkennbar.

In manchen Kalendersystemen, darunter der islamische und der jüdische Kalender, beginnt mit dem Neulicht ein neuer Monat.

Mehr Infos: Zunehmender Sichelmond

Illustration
Zunehmender Halbmond.
Zunehmender Halbmond – jetzt befindet sich der Mond von der Sonne aus gesehen genau "neben" der Erde. Eine Hälfte der ausgeleuchteten Seite des Mondes ist der Erde zugewandt. Wir sehen deswegen einen Halbmond.

Zunehmender Halbmond (Erstes Viertel)

Nun leuchtet die Sonne genau eine Hälfte der uns zugewandten Mondseite aus: Auf der Nordhalbkugel ist die rechte Seite sichtbar, auf der Südhalbkugel die linke Seite. In der Nähe des Äquators ist beim Mondaufgang die obere Mondhälfte zu sehen, beim Monduntergang die untere Hälfte.

Mehr Infos: Zunehmender Halbmond

Zunehmender Dreiviertelmond

In den folgenden Tagen wächst der beleuchtete Anteil der sichtbaren Mondoberfläche, der Beleuchtungsgrad beträgt zwischen 50,1% und 99,9%. Der Mond erscheint dann annähernd eiförmig. In den letzten Tagen dieser Übergangsphase ist der Mond etwa 98-99% ausgeleuchtet. Dann kann man ihn mit bloßem Auge normalerweise nicht von einem Vollmond unterscheiden.

Mehr Infos: Zunehmender Dreiviertelmond

Illustration
Vollmond.
Vollmond – der Mond befindet sich wieder in einer Linie mit Sonne und Erde. Diesmal ist er jedoch von der Sonne aus gesehen “hinter” der Erde. Die beleuchtete Mondseite ist der Erde zugewandt.

Vollmond

Wenn Sonne und Mond in Opposition zueinander stehen, spricht man vom Vollmond. In dieser Phase positionieren sich alle drei Himmelskörper wieder auf einer Linie – Sonne und Mond befinden sich jedoch auf entgegengesetzten Seiten der Erde. Die Sonne leuchtet jetzt die der Erde zugewandte Mondseite ganz aus, und der Mond steht die ganze Nacht am Himmel.

In seltenen Fällen, wenn der Erdschatten auf den Mond fällt, kommt es während dieser Mondphase zu einer Mondfinsternis.

Wie bei Neumond fällt der Unterschied zwischen Ebbe und Flut auch während der Vollmondphase besonders groß aus, es kommt zur Springtide oder Springflut.

Mehr Infos: Vollmond

Abnehmender Dreiviertelmond

In der Woche nach Vollmond verringert sich der Beleuchtungsgrad wieder. In den ersten Tagen ist der abnehmende Dreiviertelmond meist nicht vom einem Vollmond zu unterscheiden. Nach etwa zwei Tagen bekommt der ehemals runde Fast-Vollond eine gut sichtbare Delle, bis er zunächst einem etwas abgeflachten Ei ähnelt und später als bauchiger Halbmond am Himmel steht.

Mehr Infos: Abnehmender Dreiviertelmond

Illustration
Abnehmnder Halbmond.
Abnehmender Halbmond – wie beim zunehmenden Halbmond bildet die Achse zwischen Sonne und Erde einen rechten Winkel mit der Achse zwischen Erde und Mond. Wieder ist der Erde eine Hälfte der beleuchteten Mondseite zugewandt, und Erdlinge sehen einen Halbmond.

Abnehmender Halbmond (Letztes Viertel)

Der abnehmende Halbmond gleicht im Prinzip dem zunehmenden Halbmond (erstes Viertel): Wieder ist genau die Hälfte der sichtbaren Mondoberfläche beleuchtet. Nun wird jedoch die andere Mondseite angestrahlt, da sich der Mond auf der gegenüberliegenden Seite der Erde befindet.

Mehr Infos: Abnehmender Halbmond

Abnehmender Sichelmond

Vor der nächsten Neumondphase erscheint der Mond wieder sichelförmig und ist am besten kurz vor Sonnenuntergang zu sehen. Während dieser Phase kann man bei guten Bedingungen wieder den Erdschein beobachten.

Mehr Infos: Abnehmender Sichelmond

Themen: Mond, Astronomie

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Die Mondphasen

  1. Neumond
  2. Zunehmender Sichelmond
  3. Zunehmender Halbmond
  4. Zunehmender Dreiviertelmond
  5. Vollmond
  6. Abnehmender Dreiviertelmond
  7. Abnehmender Halbmond
  8. Abnehmender Sichelmond

Übersicht


Der Mond

  1. Wie entstehen die Mondphasen?
  2. Wie lange dauert ein Mondmonat?
  3. Was ist ein Supermond?
  4. Was ist ein Minimond?
  5. Was ist ein Blue Moon?
  6. Was ist ein Black Moon?
  7. Wie entstehen Ebbe und Flut?
  8. Die Mondtäuschung
  9. Perigäum und Apogäum
  10. Die Rückseite des Mondes
  11. 12 unglaubliche Mond-Fakten
  12. Was ist Erdschein?
  13. Warum ist mittags Vollmond?
  14. Kann Mondlicht einen Regenbogen erzeugen?
  15. Astronomische Ereignisse 2018 / 2019

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