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Was und wann ist die goldene Stunde?

Wenn die Sonne knapp über dem Horizont steht, erscheint ihr Licht wärmer und weicher. Wegen ihrer zauberhaften, samtenen Atmosphäre steht die sogenannte goldene Stunde bei Fotografen und Filmemachern hoch im Kurs.

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Golden Retriever genießt die goldene Stunde.

Ein Golden Retriever genießt die goldene Stunde an einem Strand in Vietnam. Fotografen schätzen das warme Sonnenlicht um Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

©bigstockphoto.com/maxontravel

Goldene-Stunde-Rechner

Mit unserem Sonnenzeiten-Rechner können Sie auch die Uhrzeiten der goldenen Stunde berechnen. Einfach auf ein Zeile in der Tabelle im unteren Teil der Seite klicken, mit der Maus über die Grafik fahren und Vertikalwinkel zwischen -6 und 6 Grad finden. Die entsprechende Uhrzeit wird direkt darüber angezeigt.

Definition der goldenen Stunde

Da es sich bei der goldenen Stunde um einen umgangssprachlichen Begriff handelt, existiert keine offizielle Definition – im Gegensatz etwa zu den drei Dämmerungsphasen. Vielmehr bezieht sich der Begriff auf ein natürlich goldenes Licht, das in der Regel in der Zeit um Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auftritt.

Grundsätzlich kann man die Lichtqualität jedoch am jeweiligen Tiefen- oder Höhenwinkel der Sonne festmachen. Das weiche Licht der goldenen Stunde entsteht am wahrscheinlichsten, während sich die Sonne zwischen 6 Grad unterhalb und 6 Grad oberhalb des Horizonts befindet. Laut dieser Definition beginnt dieser Zeitraum morgens mit dem Einsetzen der bürgerlichen Morgendämmerung und endet abends mit dem Übergang dieser Dämmerungsphase in die nautische Dämmerung.

Wie entsteht das goldene Licht?

Wenn sich die Sonne knapp oberhalb des Horizonts befindet, treffen ihre Strahlen in einem flacheren Winkel auf die Erde. Sie müssen dann eine größere Distanz durch die Erdatmosphäre zurücklegen, bevor sie unsere Augen erreichen. Auf ihrem Weg zu uns treffen sie dabei auf Staub- und Wasserpartikel. Dadurch verliert das Sonnenlicht an Helligkeit. Dieser Filterungsprozess vergrößert zudem den Anteil an indirektem Licht. Das Resultat sind weichere Konturen und ein gemäßigter Kontrast.

Gleichzeitig streuen Luftmoleküle das blaue und violette Lichtspektrum, bevor es uns erreicht. Durch diesen Effekt, Rayleigh-Streuung genannt, bleibt vor allem oranges und rotes Licht übrig. So verringert sich die Farbtemperatur, das Licht erscheint golden.

Die Farben des Dämmerlichts

Während der bürgerlichen Dämmerung, wenn sich die Sonne bis zu 6 Grad unterhalb des Horizonts befindet, wird das Sonnenlicht von den oberen Schichten der Erdatmosphäre reflektiert. Der Himmel erscheint dann ebenfalls in Gold-, Orange- oder Rottönen.

Während diese Phase des Dämmerlichts gemeinhin der goldenen Stunde zugerechet wird, unterscheidet sich ihr Beleuchtungszustand mitunter stark von jenem morgendlichen oder abendlichen Sonnenlicht, welches den Teil der goldenen Stunde prägt, an dem sich die Sonne oberhalb des Horizonts befindet. Fotografen müssen deswegen während der beiden Phasen mit recht unterschiedlichen Einstellungen arbeiten.

Dauert die goldene Stunde wirklich 60 Minuten?

Die Dauer der goldenen Stunde hängt sowohl vom Breitengrad als auch von der Jahreszeit ab. In Gegenden, in denen die Sonne mittags im Zenit steht – zum Beispiel am Äquator während einer Tagundnachtgleiche – überquert die Sonne den Horizont im rechten Winkel. So entstehen sehr schnelle Übergänge zwischen Tag und Nacht, und somit auch eine recht kurze goldene Stunde. In Quito, der am Äquator gelegenen Hauptstadt von Ecuador, durchwandert die Sonne den Bereich zwischen 6 Grad unterhalb und 6 Grad oberhalb des Horizonts zum Beispiel in gerade einmal 50 Minuten.

In den höheren Breiten dauert derselbe Prozess bedeutend länger. Bei 40 Grad nördlicher und südlicher Breite, zum Beispiel in Madrid und Wellington, dauert die goldene Stunde im März tatsächlich etwa eine Stunde, in Oslo (etwa 60° Nord) und dem nördlichsten Zipfel der Antarktis (etwa 60° Süd) etwa 90 Minuten.

Innerhalb der Polarkreise und in angrenzenden Gebieten sinkt die Sonne im Sommer überhaupt nicht tiefer als 6 Grad unter den Horizonts. Hier erstreckt sich die goldene Stunde also über die gesamte Nacht. In der Nähe von Nord- und Südpol kann dieser Zustand um die Tagundnachtgleichen sogar mehrere Wochen in Anspruch nehmen, wenn Mitternachtssonne und Polarnacht langsam ineinander übergehen.

Foto-Tipps für die goldene Stunde

Das Licht der goldenen Stunde eignet sich für nahezu alle Arten von Bildern, darunter Porträtfotos, Landschafts- oder Stadtaufnahmen und Stillleben. Um die magische Atmosphäre der goldenen Stunde einzufangen, folgen Sie unseren Foto-Tipps:

  • Machen Sie einen Plan: Die goldene Stunde in kurz – zu kurz, um sich mit Ausrüstung und Einstellungen zu beschäftigen, wenn das Licht gerade die perfekte Qualität erreicht hat. Unser Sonnenzeit-Rechner verrät Ihnen, wann die Sonne in Ihrer Stadt an einem frei wählbaren Tag den gewünschten Tiefen- bzw. Höhenwinkel erreicht (klicken Sie bitte auf die jeweilige Zeile in der Tabelle, um den Sonnenstand-Graphen für das gewählte Datum einzublenden). Machen Sie sich bereits im Vorfeld mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut und erstellen Sie eine Liste mit den Motiven und Perspektiven, die Sie einfangen möchten.
  • Experimentieren Sie: Spielen Sie mit Vorder-, Seiten- oder Gegenlicht. Fangen Sie möglicherweise einen Lichtreflex ein.
  • Öffnen Sie die Blende: Das Sonnenlicht ist während der goldenen Stunde weniger grell, eine recht kleine Blendenzahl stellt sicher, dass genug davon auf den Lichtsensor fällt – es sei denn, Sie planen ein Foto mit Langzeitbelichtung.
  • Versuchen Sie es mit einem höheren ISO-Wert: Das gedämpfte Licht der goldenen Stunde erfordert möglicherweise eine größere Sensorempfindlichkeit. Wählen Sie die ISO-Einstellung jedoch mit Bedacht: Eine höhere Empfindlichkeit geht in der Regel mit mehr Bildrauschen einher.
  • Verwenden Sie ein Stativ: Besonders in den Lichtverhältnissen der goldenen Stunde hilft Ihnen ein Stativ, scharfe Bilder zu schießen.

Themen: Sonne, Atmosphäre, Lichterscheinungen, Astronomie

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