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Sonnenzeit – Erklärung

Die Sonnenzeit ist ein Zeitstandard, der sich am Lauf der Sonne orientiert. Wofür wird sie verwendet?

A sundial with the Sun casting a shadow.

Eine Sonnenuhr zeigt die “wahre Sonnenzeit”.

©iStockphoto.com/mbastoni

Es gibt verschiedene Arten von Sonnenzeit:

  1. Wahre Sonnenzeit
    Eine Sonnenuhr zeigt die wahre Sonnenzeit. Ihre Zeitmessung basiert auf der tatsächlichen Erdrotation und auf der Bewegung unseres Planeten um die Sonne. Diese Bewegungen sind jedoch nicht ganz gleichmäßig – deswegen ist die wahre Sonnenzeit nicht konstant und unterliegt sowohl täglichen also auch jahreszeitlichen Schwankungen.
  2. Mittlere Sonnenzeit
    Diese Version der Sonnenzeit orientiert sich zwar auch an der Erdrotation. Sie basiert jedoch auf der Länge eines durchschnittlichen Sonnentages. Dieser Zeitstandard ist deswegen konstant. Je nach Jahreszeit beträgt der Unterschied zwischen wahrer und mittlerer Sonnenzeit bis zu 16 Minuten.

Bezieht man die Zeitangaben auf einen bestimmten Ort, spricht man auch von der wahren Ortszeit und der mittleren Ortszeit. An allen Orten, die auf demselben Längengrad liegen, herrscht die gleiche Sonnenzeit.

Erreicht die Sonne ihren Höchststand, spricht man vom wahren Mittag.

Wo wird Sonnenzeit verwendet?

Die mittlere Ortszeit am Nullmeridian im Londonder Stadtteil Greenwich ist einer der wichtigsten Zeitstandards. Die UT1, eine Version der Universal Time, wird dafür verwendet, unsere Uhren mit der tatsächlichen Erdrotation abzugleichen. Mehr Info

Astronomen terminieren ihre Observationen gemeinhin in mittlerer Ortszeit.

Sonnenzeit als internationaler Zeitstandard

Bis in die 1960er Jahre galt die mittlere Ortszeit in Greenwich – die Greenwich Mean Time (GMT) – sogar als alleiniger Zeitstandard, an dem sich alle Ortszeiten weltweit orientierten. 1972 wurde sie endgültig durch die Koordinierte Weltzeit (UTC) ersetzt.

Die GMT ist heute eine Zeitzone unter vielen. Ihre Ortszeit orientiert sich an der UTC.

In jeder Stadt eine andere Uhrzeit

Bis ins 19. Jahrhundert galt die mittlere Sonnenzeit als offizielle bürgerliche Uhrzeit. Diese wurde meist vom Längengrad der Hauptstadt einer Region abgeleitet. So hatte jede Stadt eine andere Uhrzeit. Pro Längengrad gab es einen Zeitunterschied von 4 Minuten – das entspricht einer West-Ost-Distanz von etwa 65 km in Norddeutschland und 76 km in der Schweiz und Österreich.

Zunehmend unpraktisch wurde diese lokale Zeitrechnung mit der Entwicklung effektiverer Transport- und Kommunikationsmittel. Deswegen gibt es heute Zeitzonen.

Themen: Jahreszeiten, Sonne, Zeitmessung, Zeitzonen, Erde, Weltzeit, Astronomie

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Sonnenzeit und Zonenzeit

  1. Was ist Sonnenzeit?
  2. Wann ist Mittag?
  3. Die Zeitgleichung
  4. Sonnenzeit vs Zonenzeit in Europa
  5. D, A, CH – Wo geht die Sonne zuerst auf?
  6. D, A, CH – Wo scheint die Sonne am längsten?
  7. Mitternachtssonne & Polartag
  8. Polarnacht
  9. Dämmerung: Astronomische, nautische und bürgerliche Phasen
  10. Analemma: Warum die Sonne Achterbahn fährt
  11. Tagundnachtgleiche: Tag und Nacht nicht gleich lang

Astronomie Übersicht


UTC und Zeitzonen

  1. Koordinierte Weltzeit: Was ist UTC?
  2. Koordinierte Weltzeit: Wie wird die UTC gemessen?
  3. UTC vs GMT: Was ist der Unterschied?
  4. Universal Time (UT)
  5. Internationale Atomzeit (TAI)
  6. Warum gibt es Zeitzonen?
  7. Wie viele Zeitzonen gibt es?
  8. Welches Land hat die meisten Zeitzonen?
  9. 7 unglaubliche Fakten zur Datumsgrenze
  10. 8 unglaubliche Fakten zur Zeit
  11. In welcher Zeitzone liegt Deutschland?

Zeitzonen-Weltkarte

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