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Die Mitternachtssonne und der Polartag

Wenn die Sonne um Mitternacht über dem Horizont steht, spricht man von der Mitternachtssonne. Dieses Phänomen ist nur innerhalb der nördlichen und südlichen Polarkreise zu erleben.

Illustration image

Mitternachtssonne in Lofoten, Norwegen.

So sieht die Mitternachtssonne im Lofoten aus. Der Lofot ist eine Inselgruppe im Norden Norwegens.

©iStockphoto.com/Johan Sjolander

In den Polarkreisen

Am Nordpol befindet sich die Sonne zwischen der Tagundnachtgleiche im März und der Tagundnachtgleiche im September ständig oberhalb des Horizonts. Dasselbe gilt am Südpol für die gegenüberliegende Jahreshälfte:

Je weiter man sich von den Polen entfernt, desto kürzer ist die Zeitspanne, in der die Sonne ganztägig zu sehen ist. An den Polarkreisen selbst geschieht dies nur an einem einzigen Tag – der Sommersonnenwende, die auf der Nordhalbkugel in den Juni fällt und auf der Südhalbkugel in den Dezember.

Obwohl man die Mitternachtssonne im südlichen Sommer auch auf der Südhalbkugel erleben kann, verbinden viele Menschen das Phänomen vor allem mit nördlichen Polarregionen. Der Grund: Hier gibt es viel größere besiedelte Landmassen – zum Beispiel nördliche Teile von Norwegen, Finnland, Schweden, Russland, Kanada und Alaska.

Erklärung der Mitternachtssonne

Schematische Darstellung der Erdumlaufbahn um die Sonne mit Jahreszeiten.
Neigung der Erdachse verursacht die Mitternachtssonne.
Im Juni ist der Nordpol der Sonne zugeneigt, im Dezember der Südpol.
©timeanddate.de

Die Erdachse ist im Vergleich zu ihrer Umlaufbahn um die Sonne um etwa 23,4 Grad geneigt. Im Laufe eines Jahres – also einer kompletten Sonnenumrundung – fällt das Sonnenlicht so aus unterschiedlichen Richtungen auf die Erdoberfläche. Dies ist auch der Grund, warum es auf der Erde Jahreszeiten gibt.

Im Juni neigt sich der Nordpol zur Sonne hin, auf der Nordhalbkugel ist es dann Sommer. Im Dezember ist der Südpol der Sonne zugeneigt, dort beginnt der Sommer mit der Sonnenwende im Dezember.

An den Polen und innerhalb der Polarkreise führt die Neigung der Erdachse im Sommer dazu, dass das Sonnenlicht selbst in Gegenden zu sehen ist, die sich gerade auf der “Nachtseite” der Erde befinden (siehe Grafik). Dort ist dann die Mitternachtssonne zu sehen.

Wie lange ist die Mitternachtssonne zu sehen?

An den Polen geht die Mitternachtssonne an den Tagundnachtgleichen auf und unter – das tatsächliche Datum kann jedoch von Jahr zu Jahr um ein paar Tage variieren. Je weiter man sich von Nord- oder Südpol entfernt, desto später der Sonnenaufgang und desto früher der Sonnenuntergang.

Polartag und Polarnacht

Der Begriff Polartag beschreibt einen Tag, an dem die Sonne nicht untergeht. Umgekehrt ist die Polarnacht ein Zeitraum von mindestens 24 Stunden, an dem die Sonne nicht über den Horizont steigt. Polartage und Polarnächte sind umso länger, je näher man Nordpol oder Südpol kommt.

Mitternachtsdämmerung und Weiße Nächte

Während einer weißen Nacht geht die Sonne zwar unter – sie befindet sich jedoch nur knapp unterhalb des Horizonts, sodass es zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang nicht vollständig dunkel wird. Dieses Phänomen ist in Gegenden zu erleben, die in etwa zwischen 60 Grad nördlicher oder südlicher Breite und dem jeweiligen Pol liegen – zum Beispiel im norwegischen Trondheim.

Als weiße Nacht werden nur Nächte bezeichnet, in denen durchgehend bürgerliche Dämmerung herrscht, die hellste der drei Dämmerungsphasen. Eine Nacht mit nautischer oder astronomischer Mitternachtsdämmerung gilt nicht als weiße Nacht.

Mitternachtssonne – ein Gesundheitsrisiko?

Innerhalb der Polarkreise kommt es gehäuft zu gesundheitlichen Problemen, die direkt oder indirekt mit dem Phänomen der Polartage und Polarnächte verbunden sind. Im Sommer kann es durch die dauernde Sonneneinstrahlung etwa zu Schlafproblemen kommen. Umgekehrt klagen viele Menschen während der Polarnacht über Depressionen und Vitaminmangel.

Themen: Jahreszeiten, Sonne, Astronomie

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