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Wie wird der Termin für Ostern berechnet?

Ostern ist das wichtigste und älteste Fest der Christen. Es fällt jedes Jahr auf ein anderes Datum, von dem auch der Zeitpunkt anderer Feiertage abgeleitet wird. Wie wird das Osterdatum ermittelt?

Ostereier

Bunte Ostereier.

©bigstockphoto.com/weyo

Wie wird das Osterdatum berechnet?

Ostern fällt auf den ersten Sonntag nach dem zyklisch bestimmten Vollmond, der am oder nach dem 21. März stattfindet. Fällt der kirchliche Frühlingsvollmond auf einen Sonntag, wird Ostern am darauf folgenden Sonntag gefeiert.

  • Der 21. März ist der kirchlich vereinbarte Termin für den Frühlingsanfang. Dies ist eine Vereinfachung: Das tatsächliche Datum der Tagundnachtgleiche im März, die den astonomischen Frühlingsbeginn auf der Nordhalbkugel der Erde markiert, fällt von Jahr zu Jahr auf unterschiedliche Daten und bewegt sich zwischen dem 19. und dem 22. März.
  • Das Datum des Frühlingsvollmondes stimmt ebenfalls nicht unbedingt mit der tatsächlichen Mondphase überein, sondern wird auf der Grundlage eines mathematisch ermittelten Zyklus bestimmt, der sich alle 19 Jahre wiederholt (sog. Mondzirkel oder Metonzyklus).

Hinweis:

Diese Informationen treffen nur auf die westlichen Kirchen zu. Für die meisten orthodoxen Kirchen gilt der julianische Kalender, deswegen findet das orthodoxe Ostern (Pascha) in den meisten Jahren einige Tage nach dem westlichen Osterfest statt.

Laut orthodoxen Regularien darf Pascha nicht vor dem jüdischen Pessach-Fest liegen. Dies ist jedoch durch die Verwendung des julianischen Kalenders bereits gewährleistet und muss bei der Berechnung des orthodoxen Osterdatums nicht mehr gesondert berücksichtigt werden.

In welchen Zeitraum fällt Ostern?

Laut Metonzyklus fällt der kirchliche Frühlingsvollmond jedes Jahr auf ein Datum im Zeitraum 21. März – 18. April. Da der Ostersonntag am jeweils auf den Vollmond folgenden Sonntag stattfindet, kann das Fest im gregorianischen Kalender frühestens am 22. März, spätestens am 25. April stattfinden (siehe Tabelle).

Das Osterparadoxon

In manchen Jahren führt die Methode für die Berechnung des Osterdatums zu unerwarteten Ergebnissen. Im Jahr 2019 war zum Beispiel der Frühlingsbeginn in der mitteleuropäischen Zeitzone am 20. März, der erste Vollmond im Frühling fand am 21. März statt. Ostern fiel jedoch nicht auf den 24. März, also auf den Sonntag nach dem tatsächlichen Vollmond, sondern wurde erst im April gefeiert.

Der Grund: Der kirchliche Termin für den März-Vollmond 2019 war der 20. März, also der Tag vor dem kirchlichen Frühlingsbeginn. Deswegen wurde der nächste kirchliche Vollmondtermin zur Berechnung des Osterdatums herangezogen: der 18. April. Folglich war Ostern 2019 erst am 21. April.

Diese Abweichung von den tatsächlichen astronomischen Begebenheiten wird Osterparadoxon oder Osterparadox genannt.

Das nächste Osterparadoxon gibt es 2038. In diesem Jahr findet Ostern übrigens auch am spätestmöglichen Termin statt, am 25. April, da der kirchliche Vollmondtermin auf das spätestmögliche Datum (18. April) und gleichzeitig auf einen Sonntag fällt.

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Welche Feiertage orientieren sich am Osterdatum?

Die Daten nahezu aller anderen beweglichen Feiertage im Kirchenjahr werden vom Ostersonntag abgeleitet. Dazu gehören unter anderem:

Warum wird Ostern im Frühling gefeiert?

Laut Bibel ereignete sich die Auferstehung Jesu um das jüdische Pessachfest. Dieses findet im Frühling statt. Im Jahre 325 legte das Konzil von Nicäa das Osterdatum deswegen auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond. (*)

Warum ist Ostern ein beweglicher Feiertag?

Zur Zeit der Kreuzigung Jesu wurde im Judentum ein lunisolarer Kalender zur Festlegung der Feiertage herangezogen, der sich in erster Linie an den Mondphasen orientierte. Heute gilt der solare gregorianische Kalender, der sich durch das Sonnenjahr definiert. Da Mondphasen (Lunationen) und Sonnenjahre unterschiedliche und gegenseitig unvereinbare Zeitspannen vorgeben – das Sonnenjahr als Zeitspanne ist nicht restlos durch eine Anzahl von Lunationen teilbar – fällt ein bestimmtes Datum in einem Kalendersystem auf ein immer anderes Datum im anderen Kalendersystem.

Das jüdische Pessachfest, von dem das moderne Osterdatum zunächst abgeleitet wurde, findet immer zwischen dem 15. und dem 22. Tag des jüdischen Monats Nissan statt. Überträgt man diese Daten in den solaren gregorianischen Kalender, ergeben sich jedes Jahr unterschiedliche Daten.

Frühester Ostertermin – Jahre 1753-2400

Gregorianischer Kalender Julianischer Kalender
Tag Jahr Tag Jahr
22. März 1761 3. April 1763
22. März 1818 4. April 1790
22. März 2285 4. April 1847
22. März 2353 4. April 1858
23. März 1788 4. April 1915
23. März 1845 4. April 2010
23. März 1856 5. April 1801
23. März 1913 5. April 1885
23. März 2008 5. April 1896
23. März 2160 5. April 1942
23. März 2228 5. April 1953
23. März 2380 5. April 2037
    5. April 2048
    5. April 2105
Hinweis: Alle julianischen Daten wurden in gregorianische Daten umgerechnet.

Spätester Ostertermin – Jahre 1753-2400

Gregorianischer Kalender Julianischer Kalender
Tag Jahr Tag Jahr
23. April 1848 7. Mai 2051
23. April 1905 7. Mai 2271
23. April 1916 7. Mai 2344
23. April 2000 8. Mai 1983
23. April 2079 8. Mai 2078
23. April 2152 8. Mai 2135
23. April 2220 8. Mai 2146
24. April 1791 8. Mai 2203
24. April 1859 8. Mai 2287
24. April 2011 8. Mai 2298
24. April 2095 8. Mai 2355
24. April 2163 8. Mai 2366
24. April 2231 9. Mai 2173
24. April 2383 9. Mai 2230
25. April 1886 9. Mai 2241
25. April 1943 9. Mai 2382
25. April 2038 9. Mai 2393
    10. Mai 2268
    10. Mai 2325
    10. Mai 2336
Hinweis: Alle julianischen Daten wurden in gregorianische Daten umgerechnet.

(*) Der Beschluss ist nicht im Wortlaut überliefert. Angesichts der erhaltenen Aussagen zeitgenössischer Beobachter geht man jedoch davon aus, dass sich das Konzil auf ein Osterdatum im Frühjahr geeinigt hat.

Themen: Zeitrechnung, Kalender, Fun Facts