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Warum hat die Woche sieben Tage?

Es ist Montag. Fünf Tage zum Wochenende. Aber warum folgt auf den Montag eigentlich der Dienstag und nicht der Samstag? Und warum hat die Woche sieben Tage? Verantwortlich ist der Mond – und ein antikes Volk im heutigen Irak.

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Heute ist Freitag? Dann danken Sie den Babyloniern, dass morgen Samstag ist, und genießen Sie Ihr Wochenende!

Die babylonische Zeitrechnung basierte auf den Mondphasen. Ein Mondmonat entsprach in etwa vier Perioden zu je sieben Tagen.

©bigstockphoto.com/Ammentorp

Eine Woche pro Mondphase

Wie der Monat wurde die 7-Tage-Woche als Zeitspanne zunächst von den Mondphasen abgeleitet. Ein kompletter Mondzyklus (Lunation), in welcher der Mond alle Mondphasen einmal durchläuft, dauert etwas länger als 29 Tage.

Ein solcher Mondmonat ist für den alltäglichen Gebrauch eine recht sperrige Zeiteinheit. Die Babylonier, ein antikes Volk in Mesopotamien im heutigen Irak, rundeten den Mondmonat deshalb auf 28 Tage ab und unterteilten die Zeitspanne in vier Wochen von je sieben Tagen.

In regelmäßigen Abständen wurden im babylonischen Kalender Schalttage eingefügt, damit die Zeitrechnung auf Dauer die tatsächliche Länge der Mondzyklen widerspiegelte. Dieser Korrekturmechanismus wird im heutigen gregorianischen Kalender nicht mehr angewandt – deswegen stimmt die Länge eines Monats heute nicht mehr mit den Mondphasen überein.

Sieben Planeten, sieben Tage

Um das Jahr 500 v. Chr. entwickelten babylonische Astrologen eine Art Horoskop, in dem jeder Wochentag einem der sieben klassischen Planeten zugeordnet war. Diese umfassten alle beweglichen Himmelskörper (Wandelgestirne), die mit bloßem Auge sichtbar sind: Sonne, Mond, Mars, Merkus, Jupiter, Venus und Saturn.

Manche Historiker vermuten jedoch, dass diese Verknüpfung der Wochtage mit den klassischen Planeten erst später erfolgte – im antiken Griechenland.

Römische Götter namesgebend

Als gesichert gilt dagegen, dass die 7-Tage-Woche im antiken Rom mit vielen ihrer heutigen Eigenschaften ausgestattet wurde. Im römischen Kalender wurde das babylonische System an die römische Weltanschauung angepasst.

Ab dem ersten Jahrhundert v. Chr. führten die alten Römer ein Wochensystem ein, in dem jeder der sieben Tage nach einem römischen Gott benannt war. Jeder dieser Götter war wiederum einem der klassischen Planeten zugeordnet. So wurde zum Beispiel der Samstag mit dem Gott und Planeten Saturn assoziiert – was etwa im Englischen Saturday noch gut ersichtlich ist.

Auch in den meisten anderen vom Lateinischen abgeleiteten Sprachen sind viele Wochentage noch immer nach Gottheiten benannt. In den meisten Fällen wurden die römischen jedoch durch germanische oder nordische Götter ersetzt.

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Die Reihenfolge der Wochentage

Auch die Reihenfolge der Wochentage leitet sich aus der babylonischen und römischen Zeitrechnung ab. Den alten Römern fiel auf, dass sich die klassischen Planeten in unterschiedlichen Geschwindigkeiten über den Himmel bewegten. Sie folgerten daraus, dass der schnellste Himmelskörper der Erde am nächsten und der langsamste am weitesten von ihr entfernt sein müsse.

Wie weit ist der Mond tatsächlich entfernt?

So wurden die Objekte im römischen Weltbild nach ihrer vermeintlichen Distanz zur Erde geordnet. Vom Himmelskörper mit der größten angenommenen Entfernung zum erdnächsten ergab sich diese Reihenfolge:

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Die klassischen Planeten, ihre angenommene Entfernung zur Erde und ihre zugeordneten Wochentage.
Die klassischen Planeten, ihre angenommene Entfernung zur Erde und ihre zugeordneten Wochentage.
  • Saturn (assoziiert mit Samstag)
  • Jupiter (assoziiert mit Donnerstag)
  • Mars (assoziiert mit Dienstag)
  • Sonne (assoziiert mit Sonntag)
  • Venus (assoziiert mit Freitag)
  • Merkur (assoziiert mit Mittwoch)
  • Mond (assoziiert mit Montag)

Die Stundenregenten

Zudem nahm man an, dass über jede Stunde des Tages eine verschiedene mit den Himmelskörpern assoziierte Gottheit herrschte – die sogenannten Stundenregenten. So lenkte beispielsweise der Mond die erste Stunde des ersten Wochentages. Aufgrund der obigen Reihenfolge wurden den folgenden Stunden die anderen Himmelskörper zugeschrieben: Die zweite Stunde der beginnenden Woche wurde mit dem Saturn in Verbindung gebracht, die dritte Stunde mit dem Jupiter, und so weiter bis zur letzten Stunde der Woche.

Nach diesem Muster ordnete man allen 168 Stunden der Woche einen Himmelskörper zu (siehe Grafik). So ergaben sich folgende Verbindungen für die jeweils erste Stunde jedes Wochentages:

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Die römischen Stundenregenten.
Die römischen Stundenregenten.
  • Tag 1: Mond (Montag)
  • Tag 2: Mars (Dienstag)
  • Tag 3: Merkur (Mittwoch)
  • Tag 4: Jupiter (Donnerstag)
  • Tag 5: Venus (Freitag)
  • Tag 6: Saturn (Samstag)
  • Tag 7: Sonne (Sonntag)

Dies entspricht der heute verwendeten Reihenfolge der Wochentage.

Themen: Wochentage, Zeitrechnung, Kalender

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